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Pleinfeld am Brombachsee.

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Der Tourismus steht und fällt mit der Gastronomie :

Allgemein


Dieter Hofer führt die Geschäfts des Zweckverbands Brombachsee

Kommentar zum Interview

 Dieter Hofer vom Zweckverband Brombachsee im Gespräch mit dem Altmühl-Boten über Gegenwart und Zukunftspläne

RAMSBERG – „Mehr Taten, weni­ger Konzepte“ hat sich Dieter Hofer auf die Fahne geschrieben. Seit einem knappen halben Jahr ist der 32-Jähri­ge aus Thalmässing neuer Geschäfts­führer des Zweckverbands Brom­bachsee. Seine wichtigsten Anliegen: die Gastronomie am See zu stärken, das Seenland auch außerhalb der Ba­desaison zu beleben und den touristi­schen Akteuren klarzumachen, dass „wir eine große See-Familie sind, die nur zusammen bestehen kann“. In welchen Bereichen der Kurs bereits anliegt und wohin der Zweckverband in den kommenden Jahren steuert, er­klärt Hofer im Gespräch mit dem Alt­mühl- Boten.

Herr Hofer, wie haben Sie die ersten Wochen an Ihrem neuen Arbeitsplatz erlebt?
 
Dieter Hofer: Ich bin im vergange­nen August in das Amt hineingewor­fen worden, nachdem mein Vorgän­ger Roland Schermer bereits im Mai zum Bürgermeister in Walting ge­wählt worden war. Er konnte mich deshalb nicht mehr einarbeiten und ich musste mich selbst zurechtfin­den, was aber gut geklappt hat. Wir haben hier ein super Team, das sehr eigenständig ist und mich gut an die Aufgaben herangeführt hat. Aller­dings ist das Spektrum auch sehr breit. Eigentlich dachte ich, zwei Ta­ge reichen, um einmal alle Akteure am See kennenzulernen. Am Ende habe ich aber eine Woche für die Runde gebraucht.
 Was haben Sie vorgefunden?
  Dieter Hofer: Sehr gepflegte Anla­gen, ein dichtes Wegenetz und maxi­mal saubere Strände – außer wenn nachmittags die Wildgänse kommen und der Sandsauger gerade am ande­ren Ufer ist. Aber auch in die Jahre gekommene Kioske und Sanitäranla­gen aus der Bauzeit der Seen ...
 
... an denen im vergangenen Jahr schon einiges geschehen ist, oder?
 
Dieter Hofer: Stimmt. Wir haben den maroden Hafensteg in Pleinfeld zurückgebaut, den Hundestrand auf der Badeinsel Absberg auf den Weg gebracht und den dortigen Wohnmo­bilplatz erweitert und neu elektrifi­ziert. Außerdem wurden der Absber­ger Hafenkiosk renoviert und eine Dachterrasse für 50 Gäste geschaffen. Noch angedacht ist der Ausbau des Dachbodens für den Innenbetrieb. Der Kiosk wird damit wieder zu einer Vorzeigeeinrichtung.
 
Und die Wakeboardanlage – seit Jahren im Gespräch, nun endlich auf dem Weg?
 
Dieter Hofer: Derzeit laufen paral­lel die artenschutzrechtliche Prüfung, die landschaftspflegerische Begleit­planung und die Ausschreibung. Das Interesse der Betreiber ist groß, unge­achtet eines Investitionvolumens von rund einer Million Euro. Das spricht für das Potenzial – nicht zuletzt we­gen des großen Einzugsgebiets. Die beiden nächsten Wakeboardstrecken befinden sich im Oberpfälzer Seen­land und im oberbayerischen Geisen­feld. Für die Absberger Anlage rech­nen wir mit einer Inbetriebnahme 2016, spätestens 2017. Dazwischen­kommen kann uns jetzt nur noch ein seltener Vogel. Die Bestandsaufnah­men lassen das aber bisher nicht ver­muten.
 
Welche Pläne hat der Zweckver­band für dieses Jahr?
 
Dieter Hofer: Unser Fokus liegt derzeit noch auf der Badehalbinsel. Die anderen Bereiche werden aber nicht zu kurz kommen und nach und nach folgen. So hat der Campingplatz in Langlau schon 2014 einen neuen Betriebshof erhalten und wird heuer weiter ausgebaut.
 
Obwohl die Besucherzahlen rück­läufig sind?
 
Dieter Hofer: Genau deshalb. Das Camping verändert sich, allein schon weil die nachkommende Generation mit dem normalen Führerschein kei­nen Hänger mehr fahren darf. Der Trend geht weg vom reinen Camping, gefragt sind mehr Luxus und Kom­fort – zum Beispiel Fasshäuser und Blockhütten. Deshalb entstehen in Langlau bis Jahresende unter ande­rem größere Parzellen und ein drittes Sanitärgebäude. Das erste Sanitärge­bäude wird voraussichtlich 2016 sa­niert und soll zusätzlich einen Well­nessbereich erhalten.
 
Das muss den Urlaubern aber auch bekannt gemacht werden, oder?
 
Dieter Hofer: Dafür haben wir ein neues, einheitliches Design für unsere Broschüren, den Internetauftritt und die derzeit eher kunterbunte Beschil­derung am See entwickelt. Auf der Badehalbinsel soll das Leitsystem schon zum Saisonstart im April die alten Schilder ersetzen. Wegen des Mindestlohns für die Parkwächter steigen allerdings auch die Parkge­bühren von drei auf vier Euro am Tag.
 
Wie steht es mit der Aufwertung von Ramsberg?
 
Dieter Hofer: Die ist bis zur Ent­scheidung über die geplante „mariti­me Meile“ auf Eis gelegt. Derzeit läuft das Wirtschaftlichkeitsgutach­ten und im März folgt der erste Work­shop, sodass wir mit einem Ergebnis im Juli rechnen. Neben den geschätz­ten Baukosten in Höhe von 20 Millio­nen Euro, von denen der Zweckver­band nach Abzug der Fördergelder etwa zweieinhalb Millionen tragen müsste, sind aber die Unterhaltskos­ten entscheidend. Außerdem muss ne­ben den geplanten Hausbooten und der Flaniermeile am Hafen auch im Ortskern etwas geboten sein, sonst funktioniert es nicht. Wir haben da viele Ideen – Cafés und Boutiquen oder auch eine schwimmende Sauna. Die maritime Meile ist klar gewollt, hängt nun aber an der Wirtschaftlich­keit.
 
Wie wollen Sie die dafür nötigen Gästezahlen erreichen?
 
Dieter Hofer: Mit das wichtigste Ziel wird es in diesem Jahr sein, die Gastwirte am See zusammenzubrin­gen und gleichzeitige Konkurrenzver­anstaltungen abzustellen. Dafür gab es im Dezember bereits ein „Gastro­gespräch“. Wir haben versucht, den Wirten zu verdeutlichen, dass der See allein kein Alleinstellungsmerkmal mehr ist und man mit Currywurst und Pommes auch niemanden mehr aus Nürnberg herauslockt.
 
Wie denn dann?
  Dieter Hofer: Der Zweckverband kann Anreize schaffen, der Tourismus steht und fällt aber mit der Gastrono­mie. Die muss gut sein und auch außer­halb der Saison geöffnet haben. Wir haben deshalb vereinbart, dass künftig im Winter an jedem Wochenende pro Seeseite zumindest ein Lokal öffnet und eine kleine, aber hochwertige Kar­te anbietet. Trotzdem ist hier noch viel Aufklärungsarbeit nötig. Es gilt, im Sommer das Geld zu verdienen, aber im Winter die Kunden zu binden. Was uns noch fehlt, sind außerdem Ideen für Schlechtwetter im Sommer. Da ha­ben wir diverse Indoor-Aktivitäten auf der Liste, die sind aber noch nicht spruchreif.
 
Wohin geht die Reise im Seenland: Ausrichtung auf eine bestimmte Ziel­gruppe oder großer „Gemischtwaren­laden“?
 
Dieter Hofer: Der Brombachsee ist groß genug für Angebote für jedes Al­ter, von Kindern über Familien bis hin zu den „Best Agers“. Kinder und Jugendliche sind aber als Gäste von morgen besonders wichtig. Unsere touristischen Hauptbereiche bleiben Sport, Baden und Natur, wobei der Zweckverband mit den immer kurz­lebigeren Trends Schritt halten muss. Deshalb müssen wir die Vorzüge des Sees ausbauen. Wenn wir zum Bei­spiel ein zusätzliches Hotel mit priva­tem Strand ins Gespräch bringen würden, könnten wir uns vor Anfra­gen nicht retten. Wir wollen aber das Alleinstellungsmerkmal der unver­bauten Ufer nicht aufgeben. Das hebt uns von den oberbayerischen Seen ab. Stattdessen müssen wir wieder mehr Leben an den See ranholen. Die Grundlagen sind da, wir müssen sie nur nutzen und an einem Strang zie­hen. Interview: PATRICK SHAW

Quelle: Almühlbote.de

 

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